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Das digitale Wissenschaftsprogramm für Sie

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Live gestreamt aus der Volkshochschule in München

Aktuelle Themen aus Medien, Politik, Digitalisierung und Wirtschaft kommen jetzt direkt zu Ihnen nach Hause. Nehmen Sie online Teil an Vorträgen und Gesprächen von renommierten Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Medien, stellen Sie im Live-Chat fragen und diskutieren Sie mit. Alles was Sie brauchen, ist ein internet- und videofähiges Gerät.

Wie funktioniert's?

Melden Sie sich unverbindlich für die kostenlose Teilnahme online an. Alle Themen und Termine finden Sie direkt auf dieser Seite. Am Tag der Veranstaltung erhalten Sie per E-Mail einen Link zum Livestream, der zur angegebenen Uhrzeit startet.

Das kommende Programm im Überblick

Alle Details finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Prof. Michael Hochgeschwender
Religion und Nation in den USA
Donnerstag, 20. Januar 2022, 19:30 Uhr

Prof. Dr. Harald Meller
Die Himmelsscheibe von Nebra - Fürsten, Goldwaffen und Armeen
Freitag, 25. Februar 2022, 19:30 Uhr

Alice Bota
Die Revolution hat ein weibliches Gesicht. Die aktuelle Rolle der Frau in Belarus
Donnerstag, 03. März 2022, 19:30 Uhr

Margherita Bettoni
Femizide - Warum Männer Frauen töten und was wir dagegen tun müssen
Montag, 07. März 2022, 19:30 Uhr

Prof. Reinhard Genzel
Galaxien und schwarze Löcher
Mittwoch, 09. März 2022, 19:30 Uhr

Prof. Dr. Elisabeth André
Zusammentreffen von Mensch und Maschine: Mitbewohner, Diener, Kollege oder Konkurrent?
Dienstag, 15. März 2022, 19:30 Uhr

Dr. Dr. h.c. Jürgen Osterhammel
Widerstände gegen Weltbürgerlichkeit - eine wechselvolle Geschichte
Donnerstag, 24. März 2022, 19:30 Uhr

Dr. Peter Gauweiler und Prof. Dr. Wolfgang Streeck
Zwischen Globalismus und Demokratie: die EU, Europa und die Nationalstaaten
Donnerstag, 07. April 2022, 19:30 Uhr 

Michael Hochgeschwender und Jürgen Kaube
Hat Europa eine kulturelle Identität?
Dienstag, 12. April 2022, 19:30 Uhr

Prof. Dr. Helmuth Trischler
Willkommen im Anthropozän: Welche Technik prägt das Menschenzeitalter?
Dienstag, 26. April 2022, 19:30 Uhr

Prof. Dr. Andrea Büttner
Nachhaltig, sicher, genussvoll - was trifft den modernen "Geschmack"?
Dienstag, 10. Mai 2022, 19:30 Uhr

Jutta Fleckenstein und Dr. Rachel Salamander
Kurt Landauer - der Präsident des FC Bayern. Briefwechsel mit Maria Baumann
Mittwoch, 11. Mai 2022, 19:30 Uhr

Prof. Dr. Thomas Junker
Die Evolution der Phantasie: Warum wir ohne Kunst nicht leben können
Dienstag, 17. Mai 2022, 19:30 Uhr

Prof Dr. Dr. Aleida Assmann und Prof. Dr. Hertfried Münkler
Die Wiederfindung der Nation - Warum wir sie fürchten und warum wir sie brauchen
Mittwoch, 18. Mai 2022, 19:30 Uhr

Prof. Dr. Ulinka Rublack
Geschichte und Zukunft der Mode
Mittwoch, 22. Juni 2022, 19:30 Uhr

Gerald Knaus und Dr. Matthias Hoesch
Welche Grenzen brauchen wir? Ethik und Politik der Migration
Donnerstag, 23. Juni 2022, 19:30 Uhr


Religion und Nation in den USA

Donnerstag, 20. Jänner 2022, 19:30 Uhr
Prof. Michael Hochgeschwender

Trotz der verfassungsmäßigen Trennung von Staat und Kirche haben Religionen das Werden der USA von Beginn an mitbestimmt. Weder die Amerikanische Revolution noch der Aufbau der neuen Republik wären ohne die Mitwirkung evangelikaler und liberaler Protestanten denkbar gewesen. Seit den 1850er Jahren kam dann eine politisch zunehmend bedeutsame katholische Minderheit hinzu. Der Vortrag spürt der historischen Bedeutung der verschiedenen christlichen Religionsgemeinschaften nach und geht zusätzlich auf deren aktuelle Rolle ein.

Michael Hochgeschwender ist Professor für Nordamerikanische Kulturgeschichte an der LMU München und zählt zu den besten Kennern der USA. Bei C.H. Beck hat er zuletzt „Die Amerikanische Revolution: Geburt einer Nation“ veröffentlicht.


Die Himmelsscheibe von Nebra - Fürsten, Goldwaffen und Armeen

Freitag, 25. Februar 2022, 19:30 Uhr
Prof. Dr. Harald Meller

Die Himmelsscheibe von Nebra zählt als älteste bekannte konkrete Himmelsdarstellung der Welt zu den wichtigsten archäologischen Funden des letzten Jahrhunderts. Vor etwa 3600 Jahren am Mittelberg bei Nebra im südlichen Sachsen-Anhalt vergraben, erlebte sie zuvor mehrere Veränderungen ihres Bildprogramms und ihrer Bedeutung. Ihre Erforschung ermöglicht uns viele Erkenntnisse über die religiösen Vorstellungen, aber auch die politische Organisation in der frühen Bronzezeit. Nicht zuletzt verweist sie auf die intensive Vernetzung der frühbronzezeitlichen Eliten in Europa und bis in den Vorderen Orient.

Harald Meller, provinzialrömischer Archäologe, Prähistoriker und Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt, ist Direktor des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt/Landesmuseum für Vorgeschichte. Unter seiner Führung wurde das Landesmuseum in Halle zu einem der wichtigsten Ausstellungshäuser für Prähistorische Archäologie in Europa.


Die Revolution hat ein weibliches Gesicht. Die aktuelle Rolle der Frauen in Belarus

Donnerstag, 03. März 2022, 19:30 Uhr
Alice Bota und Ljubow Kaspjarowitsch

Die Bilder haben die Welt gerührt und erschüttert: Friedliche Demonstrant*innen in Belarus trotzten dem brutalen Regime – immer und immer wieder. Wie kam es zu der Revolte und welche Rolle haben die Frauen dabei? Diese Fragen diskutieren Alice Bota und Ljubow Kaspjarowitsch. Alice Bota ist Autorin und Journalistin. Derzeit berichtet sie als Auslandskorrespondentin aus Moskau für DIE ZEIT. Ljubow Kaspjarowitsch ist eine belarussische Journalistin aus Minsk. Im Mai 2021 wurde sie verhaftet und zu 15 Tage Haft verurteilt.


Femizide - Warum Männer Frauen töten und was wir dagegen tun müssen

Montag, 07. März 2022, 19:30 Uhr
Margherita Bettoni

Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann, seine Frau umzubringen. Alle 3 Tage wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Hinzu kommen die Morde an Frauen durch ihnen unbekannte Täter. Diese Verbrechen sind keine Ehrenmorde oder Beziehungstaten, sondern Femizide: Morde, die an Frauen verübt werden, weil sie Frauen sind. Margherita Bettoni zeigt in dem Vortrag, dass die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts auch bei uns ein ernsthaftes gesamtgesellschaftliches Problem ist. Als Familientragödien verharmlost, bleiben viele Frauenmorde verborgen und verdecken die patriarchalen Macht- und Gewaltmuster, die sich tief durch unsere Gesellschaft ziehen.

Margherita Bettoni ist Investigativjournalistin mit den Schwerpunkten Organisierte Kriminalität und sexualisierte Gewalt. Sie ist Co-Autorin der Bücher "Die Mafia in Deutschland. Kronzeugin Maria G. packt aus" (Econ, 2017) und "Corona: Geschichte eines angekündigten Sterbens" (dtv, 2020). Für ihre Recherchen hat sie den Marlies-Hesse-Nachwuchspreis, den Migration Media Award und den Grimme Online Award gewonnen.


Galaxien und schwarze Löcher

Mittwoch, 9. März 2022, 19:30 Uhr
Prof. Reinhard Genzel

Seit der Entdeckung der Quasare vor etwa 50 Jahren haben sich die Indizien gehäuft, dass in den Zentren von Milchstraßensystemen massive Schwarze Löcher sitzen, die durch Akkretion von Gas und Sternen effizient Gravitationsenergie in Strahlung umwandeln. Durch hochauflösende Messungen im Infrarot- und Radiobereich ist es jetzt im Zentrum unserer eigenen Milchstraße gelungen, einen überzeugenden Beweis für diese Hypothese zu liefern, und gleichzeitig neue und unerwartete Resultate über den dichten Sternhaufen in der unmittelbaren Umgebung des Schwarzen Lochs erbracht. Hierbei haben neue Entwicklungen in der Infrarotinstrumentierung und der adaptiven Optik und Interferometrie am neuen Großteleskop der ESO, dem VLT, eine wichtige Rolle gespielt. Gleichzeitig ist es klargeworden, dass die meisten Galaxien massive Schwarze Löcher beherbergen, und dass diese Schwarzen Löcher bereits etwa eine Milliarde Jahre nach dem Urknall entstanden sein müssen. Es werden diese neuen Messungen und ihre Konsequenzen für die Entstehung von Schwarzen Löchern im frühen Universum diskutiert.

Reinhard Genzel - Direktor, MPI für extraterrestrische Physik, Garching
Professor of the Graduate School, Physics and Astronomy, University of California, Berkeley, USA


Zusammentreffen von Mensch und Maschine: Mitbewohner, Diener, Kollege oder Konkurrent?

Dienstag, 15. März 2022, 19:30 Uhr
Prof. Dr. Elisabeth André

Sowohl im Berufs- als auch im Alltagsleben kommen wir – teils ohne uns dessen bewusst zu sein – ständig mit Techniken der Künstlichen Intelligenz (KI) in Berührung. In stark abgegrenzten Bereichen – etwa bei der Auswertung von medizinischen Bildern – zeigen Maschinen bereits heute quasi-intellektuelle Fähigkeiten, die dem nahekommen oder sogar darüber hinausgehen, was ein Mensch vermag. Welchen Einfluss haben KI-Innovationen auf das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine? Wie könnte eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine aussehen? Und wie können Mensch und Maschine voneinander lernen, um komplexe Herausforderungen in hybriden Teams zu meistern. Die Leibnizpreisträgerin Elisabeth André zeigt in ihrem Vortrag, was KI-Systeme wirklich leisten und wie sich Mensch und Maschine in ihrem Zusammenspiel ergänzen – aber nicht ersetzen - können.

Elisabeth André ist Inhaberin des Lehrstuhls für Menschzentrierte Künstliche Intelligenz an der Universität Augsburg. 2019 wurde sie von der Gesellschaft für Informatik als einer der "Zehn prägenden Köpfe der deutschen KI-Geschichte" ausgewählt. Sie befasst sich in ihrer Forschung mit der Frage, wie sich die zunehmende Komplexität von Technologien durch einen nutzungszentrierten Entwicklungsprozess abfedern lässt, damit Technik auch in Zukunft für den Menschen beherrschbar bleibt.

In Kooperation mit der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften (acatech).


Widerstände gegen Weltbürgerlichkeit - Eine wechselvolle Geschichte

Donnerstag, 24. März 2022, 19:30 Uhr
Dr. Dr. h.c. Jürgen Osterhammel

Weltbürgerlichkeit – oder Kosmopolitismus – ist eine Haltung der Weltoffenheit, seit der Aufklärung mehrfach einflussreich wurde, auf Widerstand stieß und abflaute. Befinden wir uns heute nach dem Abklingen der Euphorie über "Globalisierung" und den Erfahrungen der Pandemie erneut in einer Phase des Anti-Kosmopolitismus? Der Vortrag beleuchtet die historischen Voraussetzungen zur Beantwortung dieser Frage.

Jürgen Osterhammel Professor a.D. für Geschichte an der Universität Konstanz. Er hat renommierte Auszeichnungen erhalten, darunter den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG, den Gerda Henkel Forschungspreis, den Sigmund Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2017 wurde ihm der Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste verliehen.
Distinguished Fellow at the Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)


Zwischen Globalismus und Demokratie: die EU, Europa und die Nationalstaaten

Donnerstag, 7. April 2022, 19:30 Uhr
Dr. Peter Gauweiler und Prof. Dr. Wolfgang Streeck

In der Hochphase des Neoliberalismus galt die Globalisierung als unvermeidlich und die umverteilende Demokratie als überholt. Wachsender Wohlstand für alle war das Versprechen – auch der EU. Wachsende Unfähigkeit, die kapitalistische Ungleichheitsmaschine zu bändigen, ist aber das Ergebnis. Soll es mit dem Umbau des Staatensystems weitergehen wie gehabt, das heißt in Richtung einer noch stärkeren überstaatlichen Zentralisierung? Oder wäre der Weg in eine moderne, auf friedliche Kooperation ausgerichtete "Kleinstaaterei" die bessere Lösung? Diese Fragen diskutieren Wolfang Streeck und Peter Gauweiler

Peter Gauweiler ist Rechtsanwalt und Politiker.
Wolfgang Streeck ist Soziologe und Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln.


Hat Europa eine kulturelle Identität?

Dienstag, 12. April 2022, 19:30 Uhr
Michael Hochgeschwender und Jürgen Kaube

Europa ist ein Vielvölkerkontinent. Jede einzelne Nation nimmt für sich in Anspruch, über eine eigene nationale Identität zu verfügen. Gibt es trotzdem so etwas wie eine übergreifende Identität Europas, die über den Verweis auf ein abendländisch-christlich-jüdisches Erbe hinausreicht? Mit was genau wäre Europa in kultureller Hinsicht identisch? Die Frage ist nicht neu, aber sie stellt sich immer wieder neu, weil sich die übergreifenden Themen stetig verändern. Gegenwärtig steht ein anderes Erbe im Mittelpunkt der Debatten über die kulturelle Identität Europas: die koloniale Vergangenheit des Kontinents und sein Verhältnis zur außereuropäischen Welt.

Welche Konsequenzen dieses Verhältnis und die damit verbundenen Fragen um Schuld und Wiedergutmachung für das europäische kulturelle Selbstverständnis hat, diskutieren Prof. Michael Hochgeschwender und der Feuilletonchef und Herausgeber der FAZ Jürgen Kaube. Moderiert wird das Gespräch von Georgios Chatzoudis.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Deutsch-Italienischen Zentrum Villa Vigoni und der Gerda Henkel Stiftung statt.


Willkommen im Anthropozän: Welche Technik prägt das Menschenzeitalter?

Dienstag, 26. April 2022, 19:30 Uhr
Prof. Dr. Helmuth Trischler

Zu Beginn dieses Jahrhunderts prägte unter anderem der Atmosphärenchemiker und Nobelpreisträger Paul Crutzen den Begriff „Anthropozän“: Der Mensch sei durch seine Eingriffe in die Erde in einem so hohen Ausmaß zu einem geologischen Faktor geworden, dass die Ausrufung einer neuen erdwissenschaftlichen Epoche angebracht ist. Das neue Zeitalter des Menschen hat mit der Industriellen Revolution im späten 18. Jahrhundert begonnen, und die Menschheit wird für Jahrtausende der vorherrschende Faktor auf der Erde sein. In der Debatte um dieses neue, vom Menschen geprägte Zeitalter, spielt Technik eine wichtige Rolle – so bei der Datierung des Beginns, der Gegenwart und der Zukunft des Anthropozäns. Sollten wir das neue Zeitalter besser als „Technozän“ bezeichnen? Der Vortrag beleuchtet die Debatte um das Anthropozän aus natur- und geisteswissenschaftlicher Perspektive. Welche Technikkonzepte werden dabei verhandelt? Welche Technikzukünfte werden entwickelt? Und: Gibt es möglicherweise eine eigene Technosphäre, die sich unabhängig von der menschlichen Gestaltungsmacht nach eigenen Regeln entwickelt?

Helmuth Trischler ist Professor Technikgeschichte an der LMU München und Bereichsleiter Forschung des Deutschen Museum.  Er ist zudem Mitglied von der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften (acatech) und der Leopoldina.

In Kooperation mit der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften (acatech).


Nachhaltig, sicher, genussvoll - was trifft den modernen "Geschmack"?

Dienstag, 10. Mai 2022, 19:30 Uhr
Prof. Dr. Andrea Büttner

Die Ernährungswirtschaft ist im Umbruch, die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion im Wandel. Produktions- und Wirtschaftsformen stehen auf dem Prüfstand, der Ursprung der Rohstoffe wird kritisch beleuchtet. Neuartige Lebensmittel erobern den Markt, und die Frage stellt sich mehr denn je: was kommt an bei den Verbraucher*innen, was schmeckt ihnen, und wie viel Genuss darf oder muss es sein?

Andrea Büttner, Lebensmittelchemikerin, ist geschäftsführende Institutsleiterin des Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV und leitet den Lehrstuhl für Aroma- und Geruchsforschung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Sie ist Sprecherin des Fraunhofer Leitmarkt Ernährungswirtschaft, stellvertretende Sprecherin des Fraunhofer Strategischen Forschungsfeld Bioökonomie und im Board of Management des Fraunhofer Cluster Circular Plastics Economy CCPE®. Frau Büttner ist Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech).

In Kooperation mit der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften (acatech).


Kurt Landauer - Der Präsident des FC Bayern. Briefwechsel mit Maria Baumann

Mittwoch, 11. Mai 2022, 19:30 Uhr
Jutta Fleckenstein und Dr. Rachel Salamander

Die Lebensgeschichte des Münchners Kurt Landauer (1884-1961) ist in mehreren Büchern festgehalten und auch verfilmt worden. Er war der legendäre Präsident des FC Bayern und gehörte zu den wenigen im Nationalsozialismus als Juden Verfolgten, die sich nach der Schoa entschieden, aus der Emigration in die Heimat zurückzukehren. Jetzt ist der sensationelle Nachlass von Kurt Landauer und seiner Ehefrau Maria Baumann (1899-1971) zugänglich und eröffnet unbekannte Einsichten in die Familiengeschichte Landauers in der Vorkriegszeit, Landauers Emigration in die Schweiz und die Nachkriegsgeschichte in München.

Im Gespräch geben die beiden Herausgeberinnen Jutta Fleckenstein und Rachel Salamander Einblicke in den nun veröffentlichten Briefwechsel mit Maria Baumann und den bisher unbekannten Lebensbericht Kurt Landauers.


Die Evolution der Phantasie: Warum wir ohne Kunst nicht leben können

Dienstag, 17. Mai 2022, 19:30 Uhr
Prof. Dr. Thomas Junker

Kinder singen und tanzen, sie malen Bilder und erzählen Geschichten – und sie tun dies freiwillig, mit großer Ernsthaftigkeit und mit Freude.

Als Erwachsene führen sie ihre Spiele dann oft fort. Und wenn sie einem Publikum gefallen und vor der Kritik bestehen, nennen wir sie Kunst. All dies ist so vertraut, dass man leicht übersieht, wie ungewöhnlich dieses Verhalten aus biologischer Sicht ist. Wann und warum sind die künstlerischen Talente und Interessen in der Evolution entstanden? Haben sie einen direkten Nutzen für das Überleben oder entstanden sie als entbehrlicher Nebeneffekt? Sind es kulturelle Erfindungen oder reine Lusttechnologien? Und was bedeutet dies für die Zukunft der Kunst? Denn Evolution ist Wandel: Verhaltensweisen entstehen, verändern sich und können wieder verschwinden. Der Vortrag wird schildern, was sich aus Sicht der Evolutionsbiologie zur Entstehung der Kunst sagen lässt und eine mögliche Erklärung vorstellen.

Thomas Junker lehrt Geschichte der Biowissenschaften an der Universität Tübingen. Von 1992-1995 war er Mitherausgeber von Charles Darwins Briefwechsel in Cambridge (England) und Post-doc am Department of the History of Science der Harvard University. Er hat zahlreiche Bücher und Artikel zur Geschichte und Theorie der Evolutionsbiologie und Anthropologie veröffentlicht. Aktuelle Publikation: Die Evolution der Phantasie: Wie der Mensch zum Künstler wurde (Stuttgart: S. Hirzel, 2013), Die verborgene Natur der Liebe: Sex und Leidenschaft und wie wir die Richtigen finden (München: C. H. Beck, 2016).


Die Wiederfindung der Nation - Warum wir sie fürchten und warum wir sie brauchen

Mittwoch, 18. Mai 2022, 19:30 Uhr
Prof. Dr. Dr. Aleida Assmann und Prof. Dr. Herfried Münkler

Bei Intellektuellen steht der Begriff der Nation unter Generalverdacht. Doch wer sagt denn, dass Nation automatisch ethnische Homogenität und eine „Volksgemeinschaft“ bedeutet, die andere ausschließt? Das ist die Sicht von Rechtsextremen, die den aufgegebenen Nationsbegriff inzwischen für sich erobert haben. Doch lässt sich nicht auch eine Form von Nation (wieder)finden, die sich als demokratisch, zivil und divers versteht und sich solidarisch auf die gewaltigen Zukunftsaufgaben einstellen kann? Diese und viele weiteren Fragen diskutieren Aleida Assmann und Herfried Münkler.

Aleida Assmann ist Professorin em. für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (mit Jan Assmann, 2018).
Herfried Münkler ist Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Politische Theorie und Ideengeschichte. Er lehrte als ordentlicher Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin

In Kooperation mit der Gerda Henkel Stiftung.


Geschichte und Zukunft der Mode

Mittwoch, 22. Juni 2022, 19:30 Uhr
Prof. Dr. Ulinka Rublack

Befindet sich das System der "schnellen" Mode, wie es im zwanzigsten Jahrhundert entstanden ist, in einer tiefen Krise? Die Mode ist ein starker Motor für ökologische und wirtschaftliche Ungleichheiten in der Welt. Das macht die Diskussion über die Vergangenheit und Zukunft der Mode zu einer dringenden Aufgabe. Eine Betrachtung der Mode als globale Geschichte seit dem Mittelalter zeigt, wie wir über neue ökologische und ästhetische Zukünfte nachdenken können.

Ulinka Rublack lehrt Europäische Geschichte an der Universität Cambridge, Alfons Kaiser ist leitender Journalist bei der FAZ und dort u.a. für Mode zuständig.

In Kooperation mit dem Wissenschaftskolleg zu Berlin.


Welche Grenzen brauchen wir? Ethik und Politik der Migration

Donnerstag, 23. Juni 2022, 19:30 Uhr
Gerald Knaus und Dr. Matthias Hoesch

Nach wie vor ringt die europäische Politik um eine Reform des Asylsystems. Die öffentliche Diskussion wird dabei oft von Schlagworten, falschen Tatsachenbehauptungen und Scheinlösungen dominiert. In diesem Gespräch wird diskutiert, welche ethischen Grundsätze in der Migrationspolitik zu berücksichtigen sind, wie humane Grenzen in der Realität möglich sein können und wie solche Ideen in eine mehrheitsfähige Politik einfließen können.

Gerald Knaus ist ein österreichischer Soziologe und Migrationsforscher. Er ist Mitgründer und Vorsitzender des Think Tanks European Stability Initiative. Er war maßgeblich am EU-Türkei-Abkommen vom 18. März 2016 zwischen der EU und der Türkei beteiligt.
Matthias Hoesch ist Philosoph und einer der führenden deutschen Migrationsethiker. Er forscht am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster.



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